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ChatGPT im Alltag: 3 Dinge die ich wirklich nutze (und 2 die overrated sind)

Zwei Jahre aktive KI-Nutzung. Nicht im Test, nicht im Workshop, sondern im echten Arbeitsalltag. Ich habe Angebote geschrieben, Websites konzipiert, Kunden beraten und dabei fast täglich mit KI-Tools gearbeitet. Zeit für eine ehrliche Bilanz.

Was ich wirklich nutze

1. Erste Entwürfe für Texte
Nicht das Endergebnis, aber der Start. Wenn ich eine neue Leistungsseite brauche, gebe ich der KI Kontext und Struktur. Was zurückkommt, ist meistens zu glatt und zu allgemein. Aber es gibt mir etwas zum Gegenlesen, Streichen, Umschreiben. Das ist schneller als vor der leeren Seite zu sitzen.

2. Code-Debugging und schnelle Snippets
Für PHP-Funktionen, WordPress-Hooks, kleine JavaScript-Probleme ist ChatGPT inzwischen mein erstes Werkzeug. Nicht weil der Code immer perfekt ist — das ist er nicht — aber weil er einen guten Ausgangspunkt liefert, den ich dann anpasse. Ich verstehe was ich bekomme, und das ist entscheidend.

3. Strukturhilfe bei komplexen Projekten
„Ich plane einen Online-Kurs über KI-Grundlagen für Kleinunternehmer. Wie könnte die Modul-Struktur aussehen?“ Diese Art von Brainstorming funktioniert gut. Die KI liefert Optionen, ich entscheide. Das spart Denkzeit beim Aufbauen von Konzepten.

Was overrated ist

1. Automatisches Content-Marketing
„Lass die KI jeden Tag 5 LinkedIn-Posts schreiben“ — ich habe das versucht. Das Ergebnis klingt nach niemandem. Es ist glatt, korrekt, und völlig austauschbar. Wer Content als Positionierung nutzt, muss selbst schreiben oder zumindest stark redigieren. Die Zeit, die ich spare, geht fürs Überarbeiten drauf.

2. KI als Ersatz für Beratung
Kunden, die glauben, sie können sich die Beratung sparen weil sie jetzt ChatGPT haben — ich verstehe das, aber es stimmt nicht. KI gibt generische Antworten auf generische Fragen. Gute Beratung fängt damit an, die richtigen Fragen zu stellen. Das ist der Teil, der Erfahrung braucht.

Fazit

KI ist ein Werkzeug. Ein sehr gutes, wenn man weiß wofür. Kein Wundermittel, keine Jobkiller-Maschine. Für mich ist es ein Assistent, der gut in Handarbeit ist, aber keine Eigeninitiative hat. Wenn du verstehst, was du von ihm willst, liefert er. Wenn nicht, bekommst du warme Luft.

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